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startport mit RHEINLAND GENIAL-Preis ausgezeichnet

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Die Innovationsplattform startport wurde auf Vorschlag der Niederrheinischen IHK mit dem RHEINLAND GENIAL-Preis der Metropolregion Rheinland ausgezeichnet. Die Metropolregion Rheinland verleiht den Innovationspreis seit 2020. Zu den Preisträgern zählen Firmen und Organisationen, die besonders innovativ Produkte oder Dienstleistungen aus unterschiedlichen Branchen neu denken. Den Preis erhielten startport-Geschäftsführer Peter Trapp und Erich Staake als Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport) aus den Händen von Metropolregion-Geschäftsführerin Kirsten Jahn und Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK.

„startport selbst ist eine Innovation für unseren Standort“.

„startport selbst ist eine Innovation für unseren Standort. Hier bekommen Ideen junger Logistik-Startups den Raum und die Möglichkeiten, zu fertigen Produkten heranzureifen. Diese Dynamik hilft der gesamten Region mit ihren über 3.000 Logistikunternehmen. Darum haben wir die startport GmbH für den Innovationspreis vorgeschlagen“, betont Dietzfelbinger.

startport ist Innovationshub mit internationaler Strahlkraft

startport bringt Unternehmen der Region, Startups und Investoren aus den Bereichen Logistik und Supply Chain zusammen. So entsteht ein starkes Netzwerk, das die Industrie und Logistik in dieser Region wesentlich mitgestalten wird. Startups können die „alteingesessenen“ Unternehmen herausfordern und partnerschaftlich Lösungen entwickeln. Das gilt nicht nur bezogen auf die Technik, sondern auch für die Bereiche Nachhaltigkeit und bei flexiblen Arbeitsmodellen.

„Diese Auszeichnung ist eine tolle Anerkennung für den Ehrgeiz und die Leidenschaft unseres Teams!“

„Mit unserer Tochtergesellschaft startport setzen wir auf die gezielte Nachwuchsförderung aus dem eigenen Hause. Wir erschließen neue Wertschöpfungsketten und kreieren gemeinsam mit jungen Unternehmern einen Mehrwert für die gesamte Branche. Das duisport-Netzwerk fungiert als Innovationstreiber für eine ganze Region. Die heutige Auszeichnung ist eine weitere Bestätigung unserer Arbeit“, erklärt Staake.

Auch Trapp freut sich über den Preis: „Was vor drei Jahren als Digitalisierungsprojekt bei Duisport begonnen hat, ist nun ein Innovationshub mit internationaler Strahlkraft. Erst gerade hatten wir unser dreijähriges Jubiläum und nahmen eine Rekordzahl von 30 Startups aus ganz Europa auf. Diese Auszeichnung ist eine tolle Anerkennung für den Ehrgeiz und die Leidenschaft unseres Teams!“

 

Logistik-Startups im Aufschwung: startport begrüßt 30 neue Startups im Innenhafen

Digital-Onboarding des Rekord-Jahrgangs.

Ahoi! Bei startport im Duisburger Innenhafen legen 30 neue Startups aus dem Bereich Logistik und Supply Chain an. Die Größe des neuen Jahrgangs (Batch #5) ist dabei ein stolzer Rekord. Die startport-Jahrgänge wachsen seit Start der Innovationsplattform zwar kontinuierlich: die Größe des letzten, vierten Jahrgangs konnte jedoch nochmal mehr als verdoppelt werden. „Das ist eine großartige Entwicklung – für startport, aber auch für die Logistikbranche und die Rhein-Ruhr-Region. Nach nur drei Jahren ist startport auch europaweit kein Geheimtipp mehr unter Gründer:innen“, freut sich Peter Trapp, Managing Director von startport.

Das ist eine großartige Entwicklung – für startport, aber auch für die Logistikbranche und die Rhein-Ruhr-Region.

So stammen 9 der 30 Startups aus ganz Europa. Mit vertreten im neuen Jahrgang sind Startups aus Frankreich, Spanien, Türkei, Großbritannien, Belgien, Österreich und Deutschland. Die Ideen der 30 Startups sind vielfältig und reichen thematisch von 3D-Druck, Intralogistik, Supply Chain Digitalization, Flottenmanagement, Routenoptimierung bis hin zu Smart City-Themen.

startport-Jahrgänge wachsen kontinuierlich

Seitdem 2018 die ersten vier Startups in den Innenhafen zogen, betreute startport bis jetzt insgesamt bereits 35 Startups. Dabei wuchsen die Jahrgänge kontinuierlich: im zweiten Jahrgang wurden neun Startups aufgenommen, im dritten sieben Startups und im vierten Jahrgang bereits 15. Mit der Förderung der neuen Startups sollen Unternehmen am Standort Rhein-Ruhr und Startups weiterhin zusammengebracht werden, um gemeinsame Projekte zu initiieren. Als Tochtergesellschaft des Duisburger Hafens, fördert startport so den Einsatz neuer Technologien in der Industrie und Logistik. „Deutschland ist Logistik-Weltmeister und hat gleichzeitig einen spürbaren Innovationsbedarf, wenn es um die Reduzierung von Emissionen und die Digitalisierung der Lieferketten geht. Genau hier können Startups den etablierten Unternehmen unter die Arme greifen,“ weiß Jan Herzogenrath, Accelerator- und Partnermanager bei startport.

Mentoring und Matching: Das erwartet die 30 Startups bei startport

Für die Förderung von Gründer:innen mit Innovationen für die Logistik, den Transport und die Supply Chain lässt sich das startport-Team Zeit: Es bietet den Startups zwölf Monate enge Betreuung durch Mentoren im Partner-Netzwerk, individuelles Matching für Projekte und potenzielle Kunden, exklusiven Zugang zu logistischen Assets, individuell zugeschnittene und kostenfreie Workshops und attraktive Arbeitsplätze im Co-Working-Space. Hinzu kommen spannende Veranstaltungen und aktives Netzwerken. startport coacht und hilft ebenfalls bei der Akquise potenzieller Investoren. So ist startport:

1. Inkubator im Sinne einer Wirtschaftsförderung mit besonderer Branchenexpertise am Standort und
2. Accelerator mit dem Fokus auf Matching, also der Verknüpfung mit einem konkreten Kunden.

Aus dem fünften Jahrgang werden dabei 25 Startups im Accelerator-Programm und 5 im Incubator-Programm eng betreut.

Starke Partner tragen zum Erfolg bei

Möglich mache den Erfolg das starke Partnernetzwerk, so Trapp. Das Tochterunternehmen des Duisburger Hafens verfolgt ein offenes Partnermodell und wird inhaltlich und finanziell durch regionale Akteure wie Klöckner, Duisburg Intermodal Terminal, der RAG Stiftung, dem Initiativkreis Ruhr, der Borussia Dortmund und den Wirtschaftsbetrieben Duisburg getragen. Sie stehen den Startups als Sparring-Partner und Anwender zur Seite – eine Win-Win Situation, welche Duisburg zu einem innovativen Standort macht.

 

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Auf eine Frage mit… frachtklub

Was denken die Visionäre der Logistikbranche? In unserer Reihe „auf eine Frage mit…“ finden wir das heraus. Dafür sprechen wir mit unseren Gründern über Ihre Ideen und Visionen. frachtklub hat einen Onlineshop für Speditionen entwickelt, der sich ganz einfach in die Website und die Prozesse von Speditionen integrieren lässt. Tagespreis anfragen für Transporte erfolgen oftmals noch per E-Mail, Telefon oder Fax. Mit der White-Label-Lösung von frachtklub können Speditionen ihren Kunden ermöglichen, Transporte über die Spedition-Website anzufragen und direkt online zu buchen. Die Berechnung und Abwicklung erfolgt über einen bewährten Algorithmus.

startport: Was sind die Herausforderungen der Logistik von morgen?

Die großen Herausforderungen für die Logistik von morgen ergeben sich aus den globalen Trends wie beispielsweise Fachkräftemangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Der Mangel an Lkw-Fahrern/innen hat sich in den vergangenen Jahren verschärft und setzt die Branche enorm unter Druck. Darüber hinaus wird in kaum einer Branche noch so manuell gearbeitet wie in der Logistik, sodass es hier riesige Potentiale für die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen gibt. Mit unserem Onlineshop für Speditionen tragen wir zur Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen bei. Dabei unterstützen wir die vielen mittelgroßen Speditionen dabei ihre Vertriebsprozesse ins 21. Jahrhundert zu befördern und die vielen Transportpreisanfragen automatisiert abzuwickeln. Darüber hinaus integrieren wir aktuell eine Erweiterung unsere Klimaengagements in unseren Onlineshop. Verlader können dann durch CO2-Ausgleichsmaßnahmen klimaneutrale Transporte buchen.

startport: Welche Chancen habt ihr aus der Corona-Krise gezogen?

Die derzeitige Corona-Situation hat den großen Vorteil, dass viele unserer Kunden nun endlich auch digitale Medien zur Vernetzung nutzen.

Wir fühlen uns unseren Kunden heute näher als vor Corona.

Webinare und Videomeetings sind allgemein akzeptiert und machen es deutlich leichter trotz Abstand in engen Kontakt zu treten und sich häufiger virtuell „zu sehen“. Wir fühlen uns unseren Kunden heute näher als vor Corona.

startport: Was können etablierte Unternehmen von euch lernen?

Wir bringen frischen Wind in etablierte Unternehmen und sind Experten auf dem Gebiet der digitalen Logistik. Unsere Stärke liegt in unserer Geschwindigkeit, kundenzentrierten Entwicklung und unserem Digitalisierungs-Know-how. Dabei fordern wir etablierte Unternehmen immer wieder heraus ihre alten Denkmuster und Sichtweisen zu hinterfragen und Neues auszuprobieren.

startport: Der Mittelstand tut sich bekanntermaßen schwer mit der Implementierung von Innovationen. Wie überzeugt ihr sie?

Einerseits führen wir den Speditionen immer wieder vor Augen, dass ihre Kunden (die Verlader) heute einfach online Transporte einkaufen wollen. Der Onlinevertrieb ist dabei ein Teil verschiedener Vertriebsaktivitäten. Darüber hinaus kennen wir alle diese Digitalisierungsprojekte, die sich immer wieder verzögern. Genau das wollten wir mit Frachtklub vermeiden. Daher ist unsere Lösung so entwickelt, dass diese bereits nach wenigen Tagen implementiert ist und live gehen kann.

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Auf eine Frage mit… poolynk

Was denken die Visionäre der Logistikbranche? In unserer Reihe „auf eine Frage mit…“ finden wir das heraus. Dafür sprechen wir mit unseren Gründern über Ihre Ideen und Visionen. poolynk digitalisiert das Management von Ladungsträgern durch einen „digitalen Palettenschein“. Über die von poolynk entwickelte App können Akteure entlang der gesamten Lieferkette die Übergabe von Ladungsträgern digital festhalten. Unternehmen können über Schnittstellen zu ihren bisher genutzten Systemen oder ein Webportal die Verfügbarkeit und Lokalisierung ihrer Ladungsträger einsehen. Bisher wird die Übergabe von Ladungsträgern wie Paletten, Kisten und Behältern in Papierform dokumentiert. Mit dem Ergebnis, dass Unternehmen durchschnittlich nur 95 von 100 Ladungsträgern zurückerhalten. Mit ihrer Lösung möchte poolynk hier mehr Transparenz schaffen.

startport: Was sind die Herausforderungen der Logistik von morgen?

Wir glauben, dass die größte Herausforderung für die Logistik von morgen die Harmonisierung der Schnittstellen zur barrierefreien Kommunikation zwischen allen Supply Chain Partnern ist. Ohne diese Synchronisierung wird die digitale Transformation als Voraussetzung für die zunehmende Globalisierung nicht klappen. Mit unserem digitalen Palettenschein, schaffen wir die Möglichkeit, Schulden und Guthaben der Mehrwegtransportverpackungen entlang der Lieferkette in Echtzeit zu beobachten. Das funktioniert mittels eines cloudbasierten Managementsystems. Das ist bei mehr als 5 Milliarden gemeinsam genutzten Paletten und Behältern ein globales Thema. Jährlich wird Schaden im Bereich eines zweistelligen Milliarden Euro Betrags für Administrationskosten und Wiederbeschaffung von verlorenen Lademitteln verursacht.

startport: Welche Chancen habt ihr aus der Corona-Krise gezogen?

Seit dem Beginn der Pandemie mussten wir mit niemandem mehr über die Notwendigkeit der digitalen Transformation diskutieren. Homeoffice oder das Arbeiten in agilen Teams benötigen angepasste Strukturen, welche der Arbeitsweise in Startups deutlich näher sind, was das Verständnis und die Zusammenarbeit wesentlich erleichtert.

startport: Was können etablierte Unternehmen von euch lernen?

Wir haben bei der Entwicklung unserer Plattform immer die Anbindung potentieller Anwender über technologieunabhängige Schnittstellen sowie die intuitive Nutzung durch die operativen Mitarbeiter im Blick behalten.

Neues kann aber nur entstehen, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.

Dabei mussten wir weder auf bestehende Abläufe noch auf existierende Systeme Rücksicht nehmen. Aus unserer Erfahrung fehlt aber in vielen etablierten Unternehmen genau dieser Fokus. Denn es werden bereits in der Konzeptionsphase zu sehr bereits vorhandene Technologien und Prozesse berücksichtigt. Neues kann aber nur entstehen, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.

startport: Wohin verschwinden die meisten Paletten – was glaubt ihr?

Aus unserer Sicht ist der Haupttreiber für verlorene Mehrwegtransportverpackungen die mangelnde Transparenz über Schulden und Guthaben der Paletten und Behälter entlang der Lieferkette. Dadurch ist eine Abstimmung in Echtzeit unmöglich, was die Voraussetzung für ein effektives Lademittelmanagement wäre. Unser Ansatz ist, ähnlich wie beim bekannten Online Banking Verfahren, spiegelbildlich auf den Konten der beiden Partner zu buchen, die dadurch in Echtzeit abgestimmte Salden sehen. Damit sollte ein Großteil der verlorenen Paletten zukünftig im Zugriff bleiben.

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Auf eine Frage mit… limbiq.com

Was denken die Visionäre der Logistikbranche? In unserer Reihe „auf eine Frage mit…“ finden wir das heraus. Dafür sprechen wir mit unseren Gründern über Ihre Ideen und Visionen. Die Softwareplattform limbiq ermöglicht Unternehmen die Nachverfolgung ihrer Waren entlang der gesamten Lieferkette. Das bedeutet von der Bestellung bis zum Wareneingang, bzw. vom Warenausgang bis zum Endabnehmer. Dafür bindet limbiq plattformübergreifend alle relevanten Partner ein, vom Lieferanten, über den Logistikdienstleister bis hin zum Endkunden aus Industrie und Handel. Logistikdienstleister, ebenso wie deren Auftraggeber, erhalten größtmögliche Transparenz und Kontrolle über die Supply Chain.

startport: Was sind die Herausforderungen der Logistik von morgen?

Die Logistikwelt durchlebt wie viele andere Branchen auch derzeit einen gigantischen digitalen Umbruch. Wesentliche Schwerpunkte der Digitalisierung liegen dabei in den Bereichen Tracking von Warenflüssen, Supply Chain Visibility und in der Verbesserung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit. Obwohl hierzu in den letzten Jahren eine Flut an digitalen Initiativen und Lösungen auf den Markt gespült wurde, sieht man kaum zufriedenstellende Ergebnisse. So bleiben Warenflüsse intransparent, es gibt weiterhin noch viel zu viele Medienbrüche und Informationsabrisse und die meisten Akteure sind noch gar nicht digital angebunden. Die Herausforderung liegt vor allem darin, mit neuen digitalen Methoden wie Machine Learning intelligente Lösungen zu finden, die erschwinglich und dabei trotzdem effektiv sind.

Wir sehen ein riesiges Potential, mit unserer Lösung eine globale Plattform zu schaffen.

Wir sehen ein riesiges Potential, mit unserer Lösung eine globale Plattform zu schaffen. Diese kann viele der noch bestehenden Ineffizienzen beseitigen und damit auch zu einer nachhaltigeren Logistik beitragen kann.

startport: Welche Chancen habt ihr aus der Corona-Krise gezogen?

Wir haben durch die wiederholten Lockdown-Phasen im Frühjahr und jetzt sehr gut gelernt, uns in unseren internen Workflows immer besser zu organisieren. Wir haben unser Unternehmen ja erst Anfang des Jahres gegründet und sind deshalb fast durchgängig von der Corona-Situation beeinflusst gewesen. Ein junges Startup wie das unsere lebt ja sehr stark vom intensiven Austausch und dem gemeinsamen Arbeiten an Themen, Projekten und neuen Anforderungen. Dazu muss man im Team sehr eng zusammenarbeiten. Das ist vom Home Office aus sehr schwer. Aber wir entwickeln uns trotz der Pandemie ganz hervorragend. Ich bin überzeugt davon, dass wir auch in der Post-Corona-Zeit noch lange davon profitieren können.

startport: Was können etablierte Unternehmen von euch lernen?

Derzeit lernen wir vor allem von den vielen etablierten Unternehmen, mit denen wir im Austausch sind. Was wir, glaube ich, einigermaßen gut können, ist es, schnell und agil Lösungsansätze zu entwickeln und in unserer Plattform umzusetzen, um diese dann mit dem Kunden zu testen. Das ermöglicht es uns, sehr schnell gute neue Produkt-Features zu entwickeln, die sofort Kundennutzen stiften.

startport: Was ist der größte Ärger, den ihr Menschen nehmen könnt?

Der größte Ärger ist, dass der allergrößte Teil der Akteure im internationalen Güterverkehr bisher keine vernünftigen Supply Chain Management-Softwarelösungen nutzt.

Das ist äußerst ineffizient und da schaffen wir Abhilfe.

Das liegt daran, dass die verfügbaren Lösungen schlicht zu klobig, zu kompliziert und zu teuer sind. Besonders im Midsize-Market wird auch heute noch ganz überwiegend analog kommuniziert und Excel-Tabellen per Mail ausgetauscht. Das ist äußerst ineffizient und da schaffen wir Abhilfe.

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Auf eine Frage mit… PARKLAB

Was denken die Visionäre der Logistikbranche? In unserer Reihe „auf eine Frage mit…“ finden wir das heraus und sprechen mit unseren Gründern über Ihre Ideen und Visionen. PARKLAB ermittelt in Echtzeit die Belegung von öffentlichen und privaten Parkflächen und übermittelt diese Informationen an ihre Software. Autofahrer können so über eine App einen Parkplatz an ihrem Zielort finden, sich dorthin navigieren lassen und die anfallenden Parkgebühren in der App bezahlen. Mithilfe des von PARKLAB entwickelten Dashboards können sich Unternehmen und Kommunen einen genauen Überblick über die Auslastung der eigenen Parkflächen verschaffen und diese effizienter, ökologischer und ökonomischer bewirtschaften.

startport: Was sind die Herausforderungen der Logistik von morgen?

Wie man so schön sagt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die größte Herausforderung ist das Internet und damit die Automatisierung und die Digitalisierung bestimmter Bereiche.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Dank der Modernisierung und schnellerer Abwicklungen können Produkte nachhaltiger und Prozesse smarter gestaltet werden. Wir helfen dabei, indem wir den Verkehr und damit die Suche nach einem Parkplatz punktgenau und effizient planen. 

startport: Welche Chancen habt ihr aus der Corona-Krise gezogen?

Immer mehr Menschen gewöhnen sich an die Digitalisierung. Das spielt uns in die Karten. Auch durch die höhere Beanspruchung der Lebensmittelunternehmen können wir Vorteile schöpfen. Dass nun die Arbeitswelt vermehrt auf Home Office umgestiegen ist, fördert Flexibilität.

startport: Was können etablierte Unternehmen von euch lernen?

Uns macht eins ausschlaggebend: Die Flexibilität. Wir gehen mit unseren Soft-/Hardwarelösungen flexibel um, das heißt für jedes Problem und für jeden Kunden bieten wir spezielle und problemorientierte Lösungen an. Unser Geschäftsmodell passt sich an.

startport: Ihr kommt aus dem Ruhrgebiet. Welchen Einfluss hatte das auf eure Gründung?

Die Einsatzgebiete sind uns bestens bekannt. Den Rhythmus der Einwohner und des Verkehrs erleben wir täglich. Kurz gesagt: Wir wissen sehr gut, wie es ist im Ruhrgebiet zu leben und können dementsprechend handeln. Die Vernetzung ist erstklassig.

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duisport-Gruppe setzt mit startport-Startup idea-ly auf Mitarbeiterideen

Ab sofort können Mitarbeiter der duisport-Gruppe Verbesserungsvorschläge für ihr Unternehmen in nur einer Minute digital einreichen: möglich macht das die Kooperation zwischen duisport und dem Ideen-Startup idea-ly. Zusammengebracht wurden die beiden Unternehmen durch das Startup-Programm startport, das als Innovationsplattform für die Logistik und Supply Chain den Einsatz neuer Technologien in der Industrie und Logistik fördert.

Das Wissen der Mitarbeiter:innen im Unternehmen nutzen

Ineffiziente Prozesse in Unternehmen fallen gerade Mitarbeiter:innen auf, die operativ auf den Terminals und in den Lagerhallen tätig sind, da sie in erster Instanz von diesen betroffen sind. Dieses Mitarbeiterwissen nutzen, das will Christian Szygiel, Projektleiter des neuen Ideenmanagements bei duisport: „Wir haben uns im Hafen hohe Ziele in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung gesetzt. Diese Ziele erreichen wir vor allem dann, wenn wir das volle Potenzial unserer Belegschaft nutzen – das neue Ideenmanagement ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.“ Bis jetzt konnten Mitarbeiter:innen ihre Ideen nur per E-Mail, Formular und physischen Ideenbriefkasten einreichen. Das neue Ideenmanagement-Tool idea-ly, das auch der startport-Partner Borussia Dortmund einsetzt, baut durch seine leichte Bedienbarkeit Hemmungen beim Einreichen von Ideen ab.

Wertschätzung und Prämien, auch die Mitarbeiter:innen profitieren

Nach dem Einreichen der Idee werden in kleineren Einheiten Lösungen entwickelt, die für die gesamte Unternehmensgruppe nutzbar gemacht werden. So können Prozesse optimiert, Kosten eingespart und Ressourcen effizienter genutzt werden. Doch das Tool dient auch als ein Instrument für Wertschätzung und Zusammenhalt, erklärt idea-ly Gründer Niklas Schwichtenberg: „Unternehmen, die es ihren Mitarbeitern leicht machen sich einzubringen, sagen dadurch ja auch: ihr habt etwas zu sagen und wir wollen es auch hören! Verschiedenste Studien zeigen, dass Mitarbeiter sich stärker mit ihrem Unternehmen identifizieren, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen.“ Auch die Mitarbeiter:innen profitieren: sie partizipieren im Rahmen eines Prämienmodells an Verbesserungen, die mit ihrer Idee ermöglicht wurden.

idea-ly – ein erfolgreiches startport-Startup

„Als wir idea-ly beim Auswahlpitch für unseren neuen Startup-Jahrgang kennengelernt haben, war uns sehr schnell klar, dass diese Lösung für viele Partner spannend sein wird. Dass das Startup mit seiner Lösung bei gleich zwei startport-Exklusivpartnern nun im Livebetrieb ist, zeigt, dass wir einen guten Riecher bei unserer Auswahl hatten“, freut sich startport-Geschäftsführer Peter Trapp über den Erfolg von idea-ly.

 

Bildcopyright: Alex Simoes/ BVB

Auf eine Frage mit… idea-ly

Was denken die Visionäre der Logistikbranche? In unserer Reihe „auf eine Frage mit…“ finden wir das heraus und sprechen mit unseren Gründern über Ihre Ideen und Visionen. idea-ly bringt Ideengeber und Unternehmen zusammen. Die Ideenmanagement-Lösung von idea-ly soll es Mitarbeitern, Kunden und Partnern von Unternehmen erleichtern, ihre Ideen mitzuteilen und Unternehmen dabei unterstützen diese zu erhalten und umzusetzen. Der Bearbeitungsstatus einer Idee ist dabei jederzeit einsehbar – ähnlich wie bei der Nachverfolgung einer Paketzustellung. Am Ende jeder Idee steht dann ein Feedback, dass die Mühen des Ideengebers honorieren soll: so werden Ideen sichtbar für den Menschen und das Unternehmen.

startport: Was können etablierte Unternehmen von euch lernen?

Bei idea-ly verehren wir die Ideen der Menschen als solche: wer eine gute Idee entwickeln will, der muss zunächst viele Ideen haben. Wir ermutigen unsere Kunden und auch unsere eigenen Mitarbeiter sich mit all ihren Ideen einzubringen, ganz ohne Scheu und Berührungsängste. Unser Ideenmanagement unterstützt da digital – Unternehmen, die noch einen physischen Ideenbriefkasten haben, können von uns lernen, dass Ideenmanagement viel leichter sein kann.

startport: Was sind die Herausforderungen der Logistik von morgen?

Die Logistik ist eine sehr komplexe Branche: bei unseren Online-Bestellungen bemerken wir häufig gar nicht welche langen Lieferketten dahinter stehen. Dabei sollen Bestellungen im optimalen Fall schon am gleichen Tag eintreffen. Gleichzeitig möchte man mehr Nachhaltigkeit und faire Löhne für die Fahrer bei geringen Lieferkosten. Die Logistik muss einen Spagat zwischen mehr Effizienz und mehr Nachhaltigkeit schaffen. Dafür sind viele gute Ideen und neue Technologien notwendig. Wir haben eine Software für Ideenmanagement entwickelt, die es ermöglichen soll, Prozesse auch während der täglichen Arbeit effizienter, nachhaltiger und günstiger zu gestalten. Beispiel: Ein Lagermitarbeiter stellt beim Kommissionieren fest, dass die Ware, die sein Unternehmen vertreibt, eine unnötige Verpackung besitzt. Beim Versenden der Ware packt er diese erneut ein. Das kostet ihn Zeit und verbraucht gleichzeitig Material, dass an anderer Stelle eingesetzt worden ist. Genau dieser Mitarbeiter müsste seine Beobachtung leicht vom Diensthandy mitteilen können. Unkompliziert und so, dass es die richtige Abteilung erreicht. Wir haben die passende Software entwickelt, die das leisten kann.

startport: Warum sollten Ideen der Mitarbeiter für Chefs wichtig sein?

Die eigenen Mitarbeiter sind diejenigen, die tagein und tagaus die Prozesse ausführen, nicht immer auf einer strategischen Ebene. Aber genau das ist entscheidend. Theorie und Praxis gehen manchmal auseinander und Mitarbeiter bemerken Fehler in Abläufen. Diese Aufmerksamkeit und die Ideen, die daraus resultieren sind wertvoll und entstehen nicht auf der Ebene vom Top-Management.

Ein kluger Chef weiß eben, dass er nicht alles weiß.

Ein kluger Chef weiß eben, dass er nicht alles weiß.

startport: Welche Chancen habt ihr aus der Corona-Krise gezogen?

Corona hat deutlich gemacht, dass das digitale Arbeiten längst zu unserem Alltag gehört und nicht wegzudenken ist. New Work muss jetzt konsequent umgesetzt werden. Unser Tool ermöglicht es Ideen unabhängig vom Ort und Gerät einzureichen und stellt einen Teil der Kommunikation sicher. Wenn wir jetzt mit potenziellen Kunden sprechen bemerken wir ein großes Verständnis dafür.

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Auf eine Frage mit… Mister Postman

Was denken die Visionäre der Logistikbranche? In unserer Reihe „auf eine Frage mit…“ finden wir das heraus und sprechen mit unseren Gründern über Ihre Ideen und Visionen. Mister Postman bietet die Lösung für Paket-Dienstleister zur Überwindung der letzten Meile. Mithilfe einer App sollen Pakete von einem freien „Postman“ aus Packstationen und Paketshops abgeholt und dem Endverbraucher zum Wunschtermin zugestellt werden. Jeder kann mit der App ein „Postman“ werden oder einen Wunschliefertermin für sein Paket eingeben.

startport: Was sind die größten zukünftigen Herausforderungen der Logistikbranche?

Der urbanen Logistik steht in den kommenden Jahren ein sehr großer Wandel bevor. Bei innerstädtischen Lieferungen sind innovative Konzepte erforderlich, um den Ansprüchen des immer weiter anwachsenden Online-Handels Herr zu werden. Mister Postman integriert alle Lieferungen in den Tagesablauf der Fahrer:innen. Dadurch werden unnötige Wege gespart. Durch die Angabe eines Wunsch-Zeitfensters unserer Kund:innen, benötigen wir nur einen Versuch für die Zustellung oder Abholungen der beauftragten Lieferungen. So tragen wir dazu bei, die Logistikbranche nachhaltig zu gestalten.

startport: Welche Chancen habt ihr aus der Corona-Krise gezogen?

Anfänglich umfasste unsere Plattform ausschließlich den Zustelldienst von Paketen aus Paketshops und Packstationen. Auf Grund der Pandemie war aber ein Umdenken erforderlich und wir haben unsere Plattform mit dem Abholdienst von Retouren bzw. frankierten Paketen und dem Kurierdienst für inner- städtische Lieferungen ergänzt.

Ohne die Pandemie wären wir diesen Schritt deutlich später gegangen.

Ohne die Pandemie wären wir diesen Schritt deutlich später gegangen.

startport: Was können etablierte Unternehmen von euch lernen?

Wir versetzen uns besser in die Sicht des Kunden. Die großen Paketdienstleister setzen in der Regel auf Routenoptimierung, vergessen dabei aber teilweise, dass die Kunden zu den Lieferterminen nicht vor Ort sind. Abhilfe kann da das Verwenden eines Wunsch-Ablageortes schaffen, wodurch allerdings die Versicherung der Pakete und dessen Inhalt erlischt.

startport: Durch Corona boomt der Liefersektor im Onlinehandel. Wie veränderte das euer Startup?

Der Boom im Onlinehandel wird dauerhaft sicherlich förderlich für uns sein.

Der Boom im Onlinehandel wird dauerhaft sicherlich förderlich für uns sein.

Als Startup stehen einem leider nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. Durch die Erweiterung unserer Dienstleistung stehen uns daher aktuell wenige Mittel für das Marketing bereit. Zudem sind einschlägige Werbemaßnahmen wie das Verteilen von Flyer in der Innenstadt aktuell untersagt. Aktuell fliegen wir noch etwas unter dem Radar, allerdings sind wir zuversichtlich, dass sich unser Produkt in naher Zukunft am Markt etabliert

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„Uns fehlen die Helden“ – Frank Thelen im Gespräch über Startups mit Peter Trapp

Als Investor hat er längst die Logistik-Branche für sich entdeckt: Frank Thelen, europäischer Seriengründer, Technologie-Investor und Autor hat durch sein Investment in das Logistik-Startup Smartlane gezeigt, dass die Branche durch ihr Innovationspotenzial spannend für Investoren ist. Nun ist Frank Thelen mit Freigeist den Financial Network von startport, der Innovationsplattform für die Logistik und Supply Chain, beigetreten. Peter Trapp, Managing Director von startport, hat diese neue Partnerschaft zu Anlass genommen, um sich ein wenig näher mit Frank Thelen auszutauschen.

Peter Trapp: Viele junge Menschen nehmen die eigene unternehmerische Tätigkeit nicht als einen möglichen Berufsweg wahr. Gerade aufgrund der hohen Dichte an Industrieunternehmen im Ruhrgebiet befand sich ein Großteil der Menschen seit jeher im Angestelltenverhältnis. Durch die Entwicklung eines Startup-Ökosystems ändert sich das langsam. Sie haben bereits 1994 ein Unternehmen gegründet: Was haben die Menschen damals zu Ihnen gesagt?

Frank Thelen: Zunächst wurde ich von vielen belächelt. Was man dazu wissen muss: Ich war vom Gymnasium geflogen und hatte mein Informatikstudium nach nur einem Semester abgebrochen, die Zweifel waren also sicher nicht ganz unberechtigt. Aber mein Weg zeigt auch: Wenn man fokussiert und hart arbeitet, kann jeder es schaffen.

Peter Trapp: Gerade das „Scheitern“ empfinde ich selbst auch als eine wichtige Erfahrung. Wer keine Fehler macht, der hat nie etwas ausprobiert! Aus Ihrer persönlichen Erfahrung: Was würden Sie heute jungen Leuten raten, die überlegen ein Unternehmen zu gründen?

Frank Thelen: Setzt euch zunächst mit dem „Warum“ auseinander. Gibt es ein Thema, für das ihr brennt, oder wollt ihr nur gründen, um zu gründen? Seid ehrlich zu euch selbst und reflektiert, ob euer Produkt ein zentrales Problem löst, ob es innovativ ist und sich von der Konkurrenz abhebt. Ist das der Fall, habt ihr die besten Grundvoraussetzungen.

Gibt es ein Thema, für das ihr brennt, oder wollt ihr nur gründen, um zu gründen?

Peter Trapp: Wenn die Entscheidung zum Gründen getroffen ist: Was brauchen Gründer:Innen um erfolgreich zu sein?

Frank Thelen: Passion, Durchhaltevermögen und man muss andere für seine Mission begeistern können.

Peter Trapp: Jetzt interessiert mich insbesondere, wie sich das bei Ihnen abgespielt hat. Was war der Moment, an dem Sie wussten, dass Sie es geschafft haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu sein? Was hat dieser Moment ausgelöst?

Frank Thelen: Mein beruflicher Werdegang hatte viele Höhen und Tiefen und Erfolg ist keine Eigenschaft, die man einmal erlangt und dann für immer behält. Mein erster großer Erfolg war sicherlich der Verkauf meiner Firma ip.labs an Fujifilm. Seitdem bin ich finanziell unabhängig. Aber auch als Investor durfte ich schon einige Erfolge feiern, zum Beispiel den Verkauf von Wunderlist an Microsoft oder die Übernahme von MyTaxi durch Daimler.

Peter Trapp: Das sind sicherlich Startups, von denen man zumindest in der Startup-Szene definitiv gehört haben muss. Jetzt würde ich gerne noch einmal einen Schritt zurück gehen und erfahren, wie Sie zum Investor geworden sind. Warum haben Sie sich entschieden in Startups zu investieren? Was war der emotionalste Moment in Ihrer Zeit als Investor?

Frank Thelen: Angefangen hat alles eher zufällig. Nach dem Verkauf von ip.labs saßen mein langjähriger Geschäftspartner Marc und ich noch lange im Auto und haben überlegt, was wir mit dem ganzen Geld nun anfangen. Wir beschlossen, einen Teil davon in die Startup-Community zurückzugeben und 10 Teams jeweils 100.000 Euro zu geben. Das Geld hatten wir von Anfang an abgeschrieben, doch dann stellten wir fest, dass wir den Gründern mit unserer Erfahrung wirklich helfen konnten. Nach den erfolgreichen Exits von Wunderlist, MyTaxi und KaufDa wussten wir, dass wir unsere neue Berufung gefunden hatten.

Peter Trapp: Wenn man das Thema Startups hört denkt man oft an Berlin. Sie sind allerdings mit Freigeist in NRW aktiv. Warum wählten Sie diesen Standort?

Frank Thelen: Ich bin in Bonn aufgewachsen, meine Frau hat ihre Kieferorthopädische Praxis hier und ich habe es nie als Nachteil angesehen, nicht in Berlin zu sein. Daher gab es für mich nie einen Grund, den Standort zu wechseln. Unser Portfolio ist in ganz Deutschland und Europa verteilt, unsere Startups sitzen in München, Hamburg, Delft, Sofia, nur wenige in Berlin. Durch unseren sehr technischen Fokus sind für uns vor allem die führenden technischen Unis interessant, aber auch hier muss man nicht dauerhaft vor Ort sein, um unterstützen zu können.

Peter Trapp: Mit unserem Startup-Programm für die Logistik und Supply Chain startport befinden wir uns auch in NRW, in Duisburg, der führenden Logistik-Drehscheibe in Europa und sehen ein großes Potenzial bei Startups mit Innovationen für diese Branche. Auch Sie haben mit dem Startup Smartlane bereits in die Digitalisierung der Logistik investiert. Warum ist die Branche Ihrer Meinung nach spannend für Investoren?

Frank Thelen: Die Logistik-Branche ist riesig und hat extrem viel Innovationsbedarf. Ich konnte anfangs gar nicht glauben, dass die meisten Logistiker ihre Touren immer noch mithilfe von Exceltabellen planen. Das ist für mich als Informatiker wirklich unvorstellbar. Smartlane bietet eine KI-basierte Software, die die Transportroutenplanung automatisiert und optimiert, wodurch Logistiker hohe Kosteneinsparungen und CO2-Reduktion erzielen können. Ich denke, es gibt im Logistik-Bereich noch viele weitere Prozesse, die automatisiert werden könnten, was ihn zu einem besonders spannenden Feld für Investoren macht.

Peter Trapp: Mit dem Blick auf unsere Startups kann ich das nur bestätigen. Trotzdem muss man leider sagen, dass nicht jedes vielversprechende Startup es letztendlich schafft groß rauszukommen. Woran scheitern Ihrer Meinung nach die meisten Startups in NRW und was kann man dagegen tun?

Frank Thelen: Nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland fehlt die Bereitschaft seitens der Regierung und Großkonzerne, in Innovation zu investieren. Während US-amerikanische Unternehmen wie Google und co. einen Großteil ihrer Gewinne in neue technologische Lösungen reinvestieren, wird hierzulande immer noch auf Immobilien und konventionelle Anlagemöglichkeiten gesetzt. Dabei ist das Potenzial, das gerade jetzt im Technologie-Sektor steckt, gigantisch. Ich hoffe, dass unsere Konzerne und Family Offices das bald verstehen und Startups mit innovativen Lösungen mutig fördern.

Peter Trapp: Das hoffen wir auch. Wo sehen Sie für die nachhaltige Entwicklung einer starken Startup-Szene in Deutschland noch Nachholbedarf? Was ist schon vorhanden, was fehlt?

Frank Thelen: Die Rahmenbedingungen für Startups müssen insgesamt besser werden. Rechtliche Einschränkungen und absurde Doppelbesteuerungen machen es Gründern heutzutage noch extrem schwer, Innovationen zu erschaffen, die uns wirklich weiterbringen könnten.

Außerdem fehlen uns Helden.

Außerdem fehlen uns Helden. Uns fehlt ein europäischer Elon Musk oder Jeff Bezos, der zeigt, wie es geht und zu dem Gründer und Gründerinnen aufschauen können.

Peter Trapp: Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorbildern sind es gerade die Kooperationen mit Unternehmen, die die Startups nach vorne bringen. Sollten etablierte Unternehmen mit Startups zusammenarbeiten? Und wenn ja, warum?

Frank Thelen: Unbedingt. Viele deutsche Unternehmen befinden sich noch immer im Wohlstandsschlaf und bekommen nicht mit, dass ihre Branche früher oder später von einem innovativen Startup disruptiert werden könnte. Das ist eine reelle Gefahr, die wirklich jeder Konzern, egal wie groß, ernst nehmen sollte. Wir sehen es gerade an der deutschen Autoindustrie, die von Tesla überrollt wurde. Ich sage es immer wieder, wir müssen aufwachen.

Ich sage es immer wieder, wir müssen aufwachen.

Peter Trapp: Die Herausforderung, sich immer wieder selbst neu finden zu müssen, kennen wir hier im Ruhrgebiet nur zu gut. Der Strukturwandel, den wir hier durch das Ende des Bergbaus vollzogen haben, hat aber auch große Chancen geborgen. Im Duisburger Hafen haben wir immer großen Wert auf Kooperationen gelegt, um Herausforderungen zu begegnen. Wie sieht das bei Freigeist aus? Wieso geht Freigeist Partnerschafen mit Startup-Programmen ein? Wieso mit startport?

Frank Thelen: Wir legen viel Wert auf ein hochwertiges Partnernetzwerk, da es uns wichtig ist, den Standort Deutschland und Europa zu fördern und wir es als Seed-Investor im Idealfall zuerst mitbekommen wollen, wenn irgendwo eine neue Innovation entsteht. Wir wollen junge, herausragende Teams mit unserer Erfahrung und unserem Kapital fördern und setzen hierfür auch auf Partner wie startport, die in spannenden Feldern einen besonderen Draht zur Industrie haben.

Über Frank Thelen: Frank Thelen ist europäischer Seriengründer, Technologie-Investor und Autor. Als CEO von Freigeist Capital unterstützt er europäische Tech Gründer und setzt sich so aktiv für den Tech Standort Deutschland und Europa ein. Die durch seine TV-Präsenz gewonnene Bekanntheit will er nutzen, um Innovation und Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben.

Über Peter Trapp: Peter Trapp ist Managing Director bei startport und Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Logistik-Innovationen sind für Peter der Schlüssel für eine nachhaltige Stärkung des Logistik-Standortes NRW.

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